Ein Gewerbe mit 17 Jahren zu gründen stellte sich bei mir als sehr schwieriges Unterfangen dar. Ich hatte schon bereits mit 14 Jahren die ersten Websites entworfen hatte und mit 16 den ersten Auftrag in meinem Bekanntenkreis absolviert. Doch der Gründungsweg als minderjähriger ist in Deutschland kompliziert und vor allem sehr langwierig.

Der Entschluss

Der Entschluss ein Gewerbe zu gründen und aufzubauen, kam mir, als ich den ersten Auftrag in meiner Laufbahn angefangen hatte. Ich merkte, dass mir das Arbeiten mit Menschen sehr viel Spaß und Motivation brachte. Ein Gewerbe war meines Erachtens nach, die beste Möglichkeit, selber mit eigenen Kunden zu interagieren und Aufträge zu erhalten. Außerdem ist der Verdienst für eine Website für einen Schüler in der Oberstufe sehr hoch. Auch das war natürlich ein Punkt weswegen mir das Arbeiten umso viel mehr Spaß gemacht hat.
Doch in Deutschland ist es so, dass man ein Gewerbe anmelden muss, bevor man wirklich Geld verdient. Alles andere wäre ein „Freundschaftsdienst“ oder „Schwarzarbeit“.

Das Familiengericht

Grundsätzlich ist die Prüfung, ob eine Person für die Gründung eines Gewerbes geeignet ist oder nicht, eine gute Sache. Hier soll geprüft werden, ob die minderjährige Person in der Lage ist, die Tätigkeit auszuführen, für die das Gewerbe bestimmt ist. Doch selbst bei einem erstklassigen Schüler mit guten Noten, der nebenbei etwas Geld verdienen möchte und gleichzeitig Spaß am Programmieren hat, kann es sein, dass er als „nicht geeignet“ empfunden wird. Das wird meist mit dem Abitur begründet, dem der Schüler sich erstmal widmen sollte. Meiner Meinung nach, ein Fehler. Warum sollten die „Arbeiter von Morgen“ nicht schon heute arbeiten dürfen, wenn Sie das nur möchten.

Ich hatte Glück

Glücklicherweise wurde mein Antrag bewilligt. Um diesen Antrag zu stellen, muss man sich mit einer erziehungsberechtigten Person im Amtsgericht einfinden. Dort wird von einer Person, der die Materie meist völlig fremd ist (was auch selbstverständlich ist), geprüft, ob man in der Lage ist, den Job auszuführen. In meinem Fall war es ziemlich einfach die zuständige Person zu überzeugen. Ich habe mit sehr vielen Fachbegriffen verschiedene Arten von Designs vorgestellt und der Dame eine bereits von mir erstellte Website gezeigt. Schlussendlich wurde mein Antrag nach mehreren Monaten der Wartezeit bewilligt. Zusätzlich musste ich für den Aufwand beim Familiengericht eine Rechnung zahlen, die teurer war, als der Gewerbeschein selbst.

Der Gründungstag

Auch heute erinnere ich mich genau an den Tag, an dem ich zum Gewerbeamt gefahren bin und Scheurer Technologies beantragt habe. Da wir noch zu den Kleingewerben zählen, muss mein ganzer Name im „Fiktiven Namen“ enthalten sein. Aus dem Grund habe ich mit offiziell für „Scheurer Technologies – Inhaber Ben Scheurer“ entschieden. Ich selbst und wir als Unternehmen nennen uns aber „Scheurer Tech“ oder „Scheurer Technologies“, da der offizielle Name zu lang wäre.
Am 02.06.2018 wurde Scheurer Technologies also gegründet.

Aufruf an die Gründer

Als Tipp kann ich auf jeden Fall mitgeben, dass Sie durchhalten sollten. Wenn Sie eine Idee haben und damit Geld verdienen möchten, dann nehmen Sie die ganzen Hürden auf sich. Auch wenn es Monate oder vielleicht sogar ein ganzes Jahr lang dauert. Geben Sie nicht auf und versuchen Sie es immer wieder. Ein starkes Selbstbewusstsein hilft Ihnen ungemein. Wenn Sie wirklich an Ihr Ziel kommen wollen, dann bin ich mir sicher, dass Sie das schaffen.

Aufruf an die Behörden

Machen Sie es den Gründern von Gewerben doch nicht schwerer als es eigentlich ist. Es werden die zukünftigen Steuerzahler und Arbeiter sein und genau die sollte man mit allen Mitteln unterstützen. Je früher desto besser. Ich bin der Meinung, dass es besser ist jemanden seine eigenen Erfahrungen machen zu lassen, als für Ihn entscheiden zu wollen, denn wenn jemand wirklich Geld mit seiner Arbeit verdienen möchte, dann findet jeder Schlupflöcher, durch die man dringen kann, um seinem Traum nachzugehen.

Fazit

Ein Gewerbe als minderjährige Person zu gründen kann sehr schwerfällig sein und führt nicht immer zwingend zum Erfolg, da viele auf dem Weg aufgeben. Denn der Weg ist in jedem Fall sehr lang. Das eliminiert die Motivation und Leidenschaft. Aus dem Grund sollte man das Verfahren kürzer und leichter machen. Die jungen Gründer müssen sich zurzeit noch Monate lang gedulden, bis Sie endlich richtig anfangen können. Und das muss sich dringend ändern.

Ich bin optimistisch und bin mir daher sicher, dass sich dahingehen auch etwas ändern wird. Spätestens wenn die Digitalisierung auch in den Ämtern angekommen ist. Das könnte allerdings noch eine Weile dauern. Aber dazu mehr in einem anderen Artikel.

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