Lösungen für Probeme im Einzelhandel

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Mai, 2020

Einzelhandel
Digitalisierung
Probleme

Wenn wir durch die Stadt laufen merken wir immer wieder, dass es viele Einzelhändler gibt, die Ihre Geschäfte schließen müssen und dann durch große Händler, wie H&M oder Douglas, ersetzt werden. Wir merken, dass es immer weniger kleine Geschäfte mit besonderen und einzigartigen Produkten in den Städten zu finden gibt. Wir erkennen, dass der Einzelhandel langsam aber sicher aus den Städten verschwindet.

Doch warum ist das so? Warum ergreift der Einzelhandel keine Maßnahmen dagegen? Warum verschenkt der Einzelhandel sein gesamtes Potenzial und lässt sich verdrängen? Und welche Lösungen kann es für die aufgezeigten Probleme geben? Diesen Fragen gehen wir in diesem besonderen Artikel auf den Grund und werden vor allem Statistiken und verschiedene Arbeiten aus der Wissenschaft mit einbeziehen.

Welche Probleme hat der Einzelhandel

Der Einzelhandel hat zur Zeit in so gut wie jeder Branche ähnliche Probleme. Ein Problem ist beispielsweise der Rückgang der Besucherzahlen und der Besucherfrequenz, die in den Innenstädten unterwegs sind. Laut einer Statistik, die sich mit dem Vergleich der Besucherfrequenz in den Innenstädten zu Vorher befasst (Quelle: *1), sank die Besucherzahl um durchschnittlich 2% im Vergleich zum Vorjahr. Die Aussage dieser repräsentativen Statistik spiegelt sich auch in der Empfindung der Einzelhändler selbst wieder. Hier gingen im Jahr 2019 42% der befragten von einer sinkenden Kundenfrequenz und 21% von einer stark sinkenden Kundenfrequenz aus. Grade mal 11% der Befragten erklärten, dass sie von einer leicht steigenden Kundenfrequenz ausgehen würden. Und nur 1% der Befragten erklärte, dass es einen starken Zuwachs in der Kundenfrequenz gäbe (Quelle *2). Anhand dieser Umfragen erkennen wir ein starkes Problem: Die Menschen kommen nicht mehr in die Städte und in die Läden der Einzelhändler. 

Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen. Viele Geschäfte schieben diese Entwicklung auf den heißen Sommer, bei dem kein Mensch Lust hat bei 35 Grad durch die Stadt zu laufen. Doch nicht nur das ist ein möglicher Grund, weshalb weniger Besucher in die Geschäfte kommen. 

Wie eine Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) durch eine Umfrage verdeutlicht, empfinden viele Menschen die Innenstädte als nicht mehr Attraktiv. Im Durchschnitt gaben die befragten Personen bei dieser Umfrage der IFH nur eine „drei plus“ (Schulnote) für die jeweiligen Innenstädte. Selbst in den Großstädten mit über 500.000 Einwohnern wurde nur eine „zwei minus“ im durchschnitt vergeben (vgl. Quelle: *3). 

Neben der fehlenden Attraktivität der Innenstädte selbst sind auch die Menschen nicht mehr motiviert bzw. Sehen keinen Grund in die Innenstädte zu kommen, um ein Produkt zu kaufen. Sehr viele Menschen wechseln in sehr vielen Bereichen zum Online Handel und lassen sich Ihr Produkt einfach nach hause liefern. Das sehen wir beispielsweise an einer Statistik, die sich mit dem Umsatz im E-Commerce auseinandersetzt (Quelle *4). Diese Statistik zeigt, die Prognose für das Jahr 2019 und die Umsätze der Online Länder in den letzen 18 Jahren. Im Vergleich zu 2010 (20,2 Milliarden Euro) wurden im Jahr 2015 39,9 Milliarden Euro und Im Jahr 2018 53,3 Milliarden Euro im B2C E-Commerce umgesetzt. Anhand dieser Daten können wir Prognostizieren, dass im Jahr 2020 mindestens 60 Milliarden Euro umgesetzt werden können. 

Anhand dieser Daten sehe wir besonders, wie stark der Online Handel steigt. Und zur Zeit sieht man keinen halt. Wir sehen also, dass es sich hier nicht nur um einen aufkommenden Trend sondern um eine Grundlage für das eigene überleben von Einzelhändlern handelt.

Hier wären wir beim zweiten großen Problem im Einzelhandel angekommen. Der Einzelhandel besitzt oftmals keinen Online Handel oder überhaupt eine ausgebaute und moderne Internetpräsenz. Hierbei handelt es sich jedoch oft nicht um fehlenden Willen, sondern vielmehr um fehlende Fähigkeiten und Orientierungslosigkeit im großen Online Markt. 

Ein drittes Problem besteht im Wechsel des Konsumverhaltens. Viele (vor allem junge) Konsumenten sind weniger treu einer Marke gegenüber und sind ehr bereit zu wechseln. Das gilt natürlich auch für die Geschäfte der Einzelhändler. Zusätzlich suchen beinahe alle Menschen im heutigen Zeitalter des Internets im Internet nach Händlern sowie nach benötigter Ware. Hier kommen die Probleme zusammen. Durch das ändern im Konsum und Kaufverhalten und einem fehlenden Online Auftritt des Einzelhandels werden viele potenzielle Kunden die besonderen Produkt der Einzelhändler nicht mehr finden und somit auch nicht kaufen. 

Kurze Zusammenfassung

Der Einzelhandel hat drei große Probleme. Wir haben herausgestellten können, dass diese Probleme zum einen in der fehlenden Attraktivität der Innenstädte liegt. Kunden haben keine freue mehr beim einkaufen sondern sehen es als notwendiges übel an. Das Zweite Problem liegt im starken Wandel hin zur Digitalisierung. Diese wurde von vielen Einzelhändlern verschlafen, was jedoch vor allem mit Überforderung und fehlender Kenntnis der digitalen Welt zusammenhängt. Das dritte große Problem liegt in der Änderung im Konsum- und Kaufverhalten. Die Menschen informieren sich über die Produkte im Internet und gehen nur dann in die Stadt, wenn es sein muss. Viele bestellen Online die benötigten Produkte. Zusätzlich sinkt die Loyalität zur Marke bzw. Zum Geschäft mit der jüngeren Generation immer weiter. 

Wir wollen uns nun im weiteren Verlauf dieses Artikels, der schon zu einer kleinen Marktstudie geworden ist, anschauen, wie wir diese einzelnen Probleme angehen und lösen können. 

Wie lösen wir die Probleme?

Wie wir im ersten Absatz festgestellt haben, gibt es drei große Probleme, die dem Einzelhandel schaden zufügen. Nun wollen wir uns damit beschäftigen, welche Strategien es gibt, mit welchen wir gegen diese Probleme ankämpfen können.

Weniger Besucher in den Innenstädten  

Wir haben herausgefunden, dass weniger Besucher in die Städte kommen und somit auch weniger Besucher in die Geschäfte der Einzelhändler finden. Das hängt einerseits mit einem heißen Sommer zusammen. Jedoch werden die Innenstädte vieler Klein- und Großstädte immer Unattraktiver für Besucher. Doch wie lässt sich dieses Problem lösen? 

Stellen wir uns die Frage, warum Menschen in die Innenstädte gehen. Sie wollen meistens etwas einkaufen. Doch viele verschlägt es auch für Events, Veranstaltungen oder einfach nur zum „Kaffe trinken“ in die Stadt. Doch diese Menschen bleiben bei weniger attraktiven Innenstädten aus. Es gilt also diese Menschen wieder in die Städte zu holen. 

Möglichkeiten dazu sind Events, prominente Geschäftseröffnungen, besondere Angebote und vieles mehr. Diese Angebot werden im besten Fall online und offline beworben sodass nicht nur Menschen aus dem Umkreis sondern auch Menschen von weiter weg in die Städte kommen. 

Eine weitere Möglichkeit sind Investitionen der Stadt selbst. Auf diese hat man als normaler Bürger jedoch meist wenig Einfluss. Daher werden wir uns in diesem Beitrag auf die Lösungen fokussieren, auf die wir Einfluss haben. 

Neben Events, ist der Handel selbst aufgefordert seine Angebote attraktiver darzustellen. Wie eine Studie (Quelle *5) des letzten Jahres zeigt, gehen 55% aller Innenstadtbesucher an Wochenenden sowie an Wochentagen für einen „Einkaufsbummel“ in die Stadt. Wenn die Geschäfte also attraktiver würden und Werbung für sich schalten, ist es sehr wahrscheinlich, dass deutlich mehr Menschen in die Innenstädte kommen werden. Die gleiche Studie ergab, dass 24% der Personen die Innenstadt besuchen, um in eine Gastronomie zu gehen. Hier ist ebenfalls Nachholbedarf, da auch viele Gastronomien keine Internetpräsenz besitzen und so durch den Besucher garndicht erst gefunden werden. Die meisten Besucher schauen zuerst auf die im Internet hinterlegte Speisekarte und ziehen anschließend los, um etwas Essen zu gehen. Auch hier ist also viel Potenzial und eine große Chance für die deutschen Innenstädte zu erkennen.

Änderung des Konsum- und Kaufverhaltens

Das Kaufverhalten der Konsumenten ändert sich. Viele Kaufen im Internet oder schauen im Internet, ob es das Wunschobjekt noch im Laden gibt. Das Internet ist heute allgegenwärtig. Das ist grade für den Einzelhandel ein großes Problem. Da viele Einzelhändler keine Internetpräsenz besitzen, kann der Großteil der Konsumenten die besonderen Produkte der Händler nicht finden und arbeitet daher meist mit Stammkunden oder der Laufkundschaft. Aber Neukunden, die gezielt das Geschäft ansteuern, findet man kaum. 

Doch für dieses Problem gibt es eine Vielzahl an möglichen Lösungen. Die naheliegende ist eine Online Präsenz in beliebiger Form. Es empfiehlt sich natürlich ein Online Shop, doch auch eine reine Internetpräsenz ist oft schon sehr Hilfreich. Zusätzlich kann man diese Online Präsenz mittels Online Werbung noch verstärken. Ebenfalls sehr relevant ist die Definition der eigenen Zielgruppe sowie des Alleinstellungsmerkmal. Diese vorbereitenden Schritte sollten ein Ruhe und vor der Entwicklung der Online Präsenz getätigt werden. 

In der heutigen Zeit ist es außerdem umso wichtiger seine Kunden an sich zu binden. Viele Kunden kaufen günstig und sind Ihrem Händler nicht mehr so treu wie es einmal war. Auch das ist für viele Einzelhändler ein Problem. Aus diesem Grund ist es ebenfalls umso wichtiger ein Alleinstellungsmerkmal zu finden und dieses zu Bewerben. Außerdem können Marketing Maßnahmen ergriffen werden, die für eine erhöhte Kundenbindung sorgen. Beispielsweise ist das Newsletter Marketing oder dafür ausgelegtes Social Media Marketing eine Ideale Möglichkeit zu seinen Kunden den Kontakt zu halten. 

Fehlender Digitaler Auftritt

Das größte Problem, was der Einzelhandel zur Zeit jedoch hat, ist ein Fehlender digitaler Auftritt. Denn die beiden weiteren Probleme sind vielmehr Verstärker und Ursachen des fehlenden Internetauftritts. 

Doch welche Lösungen gibt es für den Einzelhandel, sich im Internet präsent zu zeigen? Viele Wege führen nach Rom, sagt man. Das ist auch im Marketing so. Doch grade für den Einzelhandel ist ein Instrument sehr geeignet, um sowohl die bisherige Kundschaft zu binden und neue Kundschaft sowie neue Zielgruppen zu erreichen. Der Online Shop. Ein Online Shop bietet die Möglichkeit seine Produkte im Internet anzubieten. Allein das ist sehr viel Wert. Grade wenn es darum geht, neue Reichweite zu gewinnen. Doch ein Online Shop ist wie eine große Plattform. Dort können Produkte bestellt und Reserviert werden, die anschließend im Geschäft abgeholt werden. So kommt neues Leben in die Geschäfte. Die Kunden werden durch den Online Shop auf Produkte aufmerksam, die sie eigentlich garnicht benötigt hätten. Das Kaufverhalten lässt sich beobachten und es kann ermittelt werden, wie viele Produkte, wann gekauft werden. So lassen sich Prozesse genau analysieren und vor allem optimieren, um so die Produktivität sowie vor allem den Umsatz zu steigern. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten das Herzstück des Internetauftritts für sich anzupassen. Diese sind jedoch oft sehr individuell und nicht für alle Branche geeignet. Daher beschränkte ich mich hier einmal auf die Möglichkeiten, die bei fast allen Branchen im Einzelhandel funktionieren. 

Damit ein Online Shop und somit auch das Unternehmen eine gewisse Reichweite erhält, sollte dieser noch im Internet beworben werden. Je nach Zielgruppe ist hier Social Media eine sehr gute Möglichkeit. Auch bezahlte Werbung auf einer Plattform kann helfen, seinen Shop schnell bekannt zu machen. 

Um seine Kunden nach der Akquisition weiter zu binden ist ein Newsletter eine optimale Möglichkeit. Über diesen können Angebote und Aktionen sowie normale News über das Geschäft geteilt und mit seinen Kunden kommuniziert werden. Auf diese Weise finden deine Kunde immer wieder den Weg zu dir in dein Geschäft. 

Kurze Zusammenfassung

Jedes Problem kann gelöst werden. Die Frage ist nur wie. Die Lösungsansätze zu den genannten Problemen wurden hier dargestellt. Nun ist das Problem sowie die Lösung klar sichtbar. Um mehr Besucher in die Innenstädte zu leiten, sind Events ein guter Ansatz. Außerdem sind individuelle Angebote im eigenen Geschäft, die mit Online Aktionen verknüpft sind, eine gute Kombination und erhöhen die Kundenbindung enorm. Auch die Gastronomieszene hat Potenzial und könnte dieses ebenfalls durch das Internet nutzen. Durch eine sichtbare Änderung des Konsum- und Kaufverhaltens können viele Einzelhändler Ihre Kunden nicht halten oder verlieren deren Aufmerksamkeit durch fehlende Sichtbarkeit im Internet. Hier sollten Einzelhändler an der Kundenbindung sowie an Ihrem Alleinstellungsmerkmal und an der eigenen Zielgruppendefinition arbeiten. Diese müssen klar definiert sein, damit Kundenbindung richtig gut funktionieren kann. Das große Problem, was als Grundlage und Auslöser von vielen weiteren Problemen fungiert, ist der fehlende Online Auftritt vieler Einzelhändler. Es gibt unzählige Lösungen, wie dieser optimiert werden kann. Häufig führt diese Unüberschaubarkeit zu Desorientierung. Doch wenn man die richtigen Hebel drückt und Schalter betätigt, steckt im Internet ein enormes Potenzial, was jeder Einzelhändler für sich nutzen kann. 

Fazit

Es gibt drei große Probleme und viele Lösungen für diese Probleme. Oftmals fehlt die Orientierung. Oftmals fehlt das Know-How. Doch genau dafür werden Berater und Dienstleister mit an Bord geholt. Denn eines ist sehr sicher. Sehr viele Einzelhändler haben die gleichen Probleme. Kundenschwund, Änderung im Kauf- und Konsumverhalten und eine fehlende Online Präsenz kommen oft zusammen. Doch für all diese Probleme gibt es Lösungen, die Umgesetzt werden können. Es muss nur eine Entscheidung getroffen werden, wie die Lösungen aussehen sollen. Denn nicht auf diese Probleme zu reagieren ist das schlimmste was entschieden werden kann.  

Crosscan. (9. Dezember, 2019). Veränderung der Besucherfrequenz im Einzelhandel in Deutschland von Kalenderwoche 29 bis 49 im Jahr 2019 (gegenüber dem Vorjahr) [Graph]. In Statista. Zugriff am 12. Dezember 2019, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/291581/umfrage/besucherfrequenz-im-einzelhandel-in-deutschland-ggue-dem-vorjahr/

HDE. (31. Januar, 2019). Wie entwickelten sich nach Ihrer Einschätzung in den vergangenen 2 Jahren die Kundenfrequenzen an Ihrem/n Standort/en? [Graph]. In Statista. Zugriff am 12. Dezember 2019, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/286568/umfrage/umfrage-zur-entwicklung-der-kundenfrequenz-im-einzelhandel-in-deutschland/

WirtschaftsWoche. (23. Januar 2019). Deutschlands Innenstädte haben ein Problem. In WirtschaftsWoche. Zugriff 12. Dezember 2019, von https://www.wiwo.de/politik/deutschland/einzelhandel-deutschlands-innenstaedte-haben-ein-problem/23898440.html

HDE. (20. Mai, 2019). Umsatz durch E-Commerce (B2C) in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2018 sowie eine Prognose für 2019 (in Milliarden Euro) [Graph]. In Statista. Zugriff am 12. Dezember 2019, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3979/umfrage/e-commerce-umsatz-in-deutschland-seit-1999/

TextilWirtschaft. (14. März, 2019). Warum sind Sie heute in der Innenstadt? [Graph]. In Statista. Zugriff am 16. Dezember 2019, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/986746/umfrage/umfrage-zu-gruenden-fuer-den-besuch-von-innenstaedten-in-deutschland/

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